Transport

Alles rund um den Anhänger

Der praktische Überblick für sicheres Fahren mit Anhänger

Redaktion Find My Werkstatt·12. Juni 2026

Manchmal reicht der Stauraum eines Autos einfach nicht aus. Ob beim Umzug, dem Transport eines Motorrads oder dem Kauf von Baumaterial – ein Anhänger ist in vielen Fällen die naheliegende Lösung. Doch so praktisch der zusätzliche Laderaum auch ist, bringt er auch einige Fragen mit sich. Besonders in puncto Führerschein, Beladung und Versicherungsschutz.

Viele geraten spätestens dann ins Grübeln, wenn es um Begriffe wie zulässiges Gesamtgewicht, Stützlast oder Anhängelast geht. Besonders verwirrend wird es, wenn das Gespann aus Pkw und Anhänger bestimmte Gewichtsgrenzen überschreitet – denn dann ändern sich auch die rechtlichen Voraussetzungen.

In Österreich gilt: Ein Anhänger benötigt eine eigene Haftpflichtversicherung. Das ist unabhängig davon, ob er gerade mit einem Fahrzeug verbunden ist oder nicht. Nur wenn der Anhänger tatsächlich an ein Auto gekoppelt ist, greift unter Umständen die Haftung des Zugfahrzeugs. Kritisch wird es, wenn man hochpreisige Güter wie Maschinen oder Boote transportiert. Diese sind nämlich über die Standard-Kfz-Versicherung in der Regel nicht mitversichert. Für solche Fälle ist eine gesonderte Transportversicherung empfehlenswert, insbesondere wenn es um wertvolles Ladegut geht.

Fahren mit Anhänger: Keine einfache Sache

Das Fahrverhalten ändert sich mit einem Anhänger spürbar. Das merkt man besonders beim Rückwärtsfahren oder beim Rangieren auf engem Raum. Auch während der Fahrt kann eine falsch gesicherte oder ungleichmäßig verteilte Ladung das Gespann ins Schlingern bringen. Ein sicherer Transport beginnt daher mit dem richtigen Beladen: Das schwerste Gut sollte möglichst weit vorne im Anhänger platziert werden. Außerdem ist es entscheidend, die zulässige Achslast des Zugfahrzeugs nicht zu überschreiten.

Mit einem regulären B-Führerschein darf man einen Anhänger ziehen, sofern das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers 750 kg nicht übersteigt. Oder das Gesamtgewicht von Zugfahrzeug und Anhänger zusammen nicht über 3,5 Tonnen liegt. Hat das Auto beispielsweise ein Eigengewicht von zwei Tonnen, wäre ein Anhänger mit 1,5 Tonnen noch erlaubt. Wer zusätzlich den Code 96 im Führerschein hat, darf sogar bis zu 4,25 Tonnen bewegen. Für größere Gespanne braucht man den sogenannten BE-Schein. Damit dürfen sowohl Zugfahrzeug als auch Anhänger jeweils bis zu 3,5 Tonnen wiegen.

Was passiert im Schadensfall?

Kommt es beim Manövrieren zu einem kleinen Unfall, etwa beim Einparken mit dem Anhänger, und ein anderes Fahrzeug wird beschädigt, übernimmt die Haftpflichtversicherung des Zugfahrzeugs den Schaden. Wird dabei das eigene Auto beschädigt, kann eine bestehende Kaskoversicherung greifen, sofern diese um eine spezielle Zusatzdeckung für Schäden im Anhängerbetrieb erweitert wurde.

Viele moderne Fahrzeuge verfügen mittlerweile über Assistenzsysteme, die sogar das Einparken mit Anhänger erleichtern oder vollständig übernehmen. Doch was, wenn ein technischer Fehler auftritt und ein Schaden entsteht? Laut Christian Sipöcz liegt die Verantwortung nicht beim Fahrzeughersteller. Wer sich jedoch für den passenden Versicherungsschutz entscheidet, bleibt auch in solchen Fällen nicht auf den Kosten sitzen.

Dipl.-Ing. Christian Sipöcz Vorstandsmitglied der VAV Versicherung
Dipl.-Ing. Christian Sipöcz Vorstandsmitglied der VAV Versicherung

Was kostet die Versicherung eines Anhängers?

Die Haftpflichtversicherung für Anhänger ist in der Regel überraschend günstig. Bei der VAV zum Beispiel gibt es entsprechende Tarife schon ab unter zehn Euro jährlich. Wer regelmäßig mit dem Anhänger unterwegs ist und auf Pflege sowie technische Kontrolle achtet, kann sich langfristig über einen sorgenfreien Betrieb freuen.

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